Ben Jonson, Shakespeare's Freund und Konkurrent

Ben Jonson, Shakespeare's Freund und Konkurrent
The Alchemist, Foto: Mountview Productions

„Nicht einer Zeit gehört er, sondern allen Zeiten!"
Ben Jonson über William Shakespeare

Benjamin Jonson wurde im Frühsommer – vermutlich am 11. Juni – des Jahres 1572 in London geboren und starb ebendort am 6. August 1637.

Der Sohn eines Geistlichen und Stiefsohn eines Maurermeisters soll, wie seine Gegner in späteren Jahren missgünstig behaupteten, selbst auch eine Lehre als Maurer absolviert haben, konnte aber in jedem Fall auf eine solide Ausbildung an der Westminster School verweisen. In den Niederlanden verdingte er sich als Soldat, war aber bald schon wieder in seiner Heimatstadt und begann, fürs Theater zu schreiben. Daneben widmete er sich ausgiebig den Klassikern, die er studierte, übersetzte und für seine eigenen Stücke gern als Vorbilder bemühte.

Während sich seine Gelehrtheit ganz direkt auf seine Bühnenwerke auswirkte, brachte ihn sein hitziges Temperament wiederholte Male in arge Bedrängnis: Nachdem er im Duell zwei Männer getötet hatte, wäre er beinahe an den Galgen gekommen, doch die Geistlichkeit verwandte sich für seine Begnadigung. Gefahrloser, wenngleich nicht minder heftig, waren die Gefechte, die er mit Tinte und Feder führte.

Das hinderte James I nicht daran, ihn bald nach seiner Thronbesteigung (1603) zu seinem Favoriten zu machen. Jonson schrieb zahlreiche Masques und lernte durch seine Sonderstellung bei Hofe die wichtigsten Persönlichkeiten der Zeit kennen. Als der acht Jahre ältere William Shakespeare 1616 starb, wurde Jonson in den Rang des offiziellen Hofdichters erhoben. Er überlebte den Kollegen, den er offenbar sehr schätzte, um einundzwanzig Jahre. Seine sterblichen Überreste wurden in der Westminster Abbey beigesetzt. „O einziger Ben Jonson“ steht auf seinem Grab.