Trans Hamlet Formation -aus der Favela in die Welt- (Programm 2015)

Cia Completa Mente Solta, Rio de Janeiro

Trans Hamlet Formation -aus der Favela in die Welt-
Foto: Nico Oved
Trans Hamlet Formation -aus der Favela in die Welt-
Foto: Nico Oved
Trans Hamlet Formation -aus der Favela in die Welt-
Foto: Nico Oved

Termine

  • Donnerstag, 4. Juni 2015, 20:00 Uhr

Beschreibung

Regie: Márcio Januário Produktion: Leonardo Florentino

Mit: Felipe Paiva, Hugo Germano, Márcio Januário, Matheus Costa, Yorran de Paula

Dauer: 1 Stunde 20 Minuten

Preise: B

Einführung 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn

Die Companhia Completa Mente Solta (deutsch: mit völlig freiem Geist) aus Rio de Janeiro erarbeitet seit einigen Jahren Shakespeare-Texte und setzt die Charaktere mit dem täglichen Leben junger Leute in den Favelas von Rio in Verbindung. Der Direktor und Regisseur Márcio Januário will mit seinem neuen Projekt „Trans Hamlet Formation“ die Geschichte Hamlets in den lateinamerikanischen Kontext stellen.

Mit der Einladung von Companhia Completa Mente Solta unterstreicht das Shakespeare Festival im Globe Neuss einmal mehr die Ubiquität und weltweite transkulturelle Bedeutung Shakespeares, dessen Werkekosmos überall Faszinosum und Impetus künstlerischen Schaffens ist. So entsteht auch im fernen Rio aus dem klassischen Text in einer Transformation etwas Neues:

„In our production Gertrude (Hamlet's mother) represents Latin America, Claudius stands for corruption and drug trafficking, the elder Hamlet is our country and Prince Hamlet is all of us, pretending we are mad in order to expose the cause of so much violence, so many betrayals and death.“ (Márcio Januário)

Deutschlandpremiere In portugiesischer Sprache mit englischer Übertitelung

Szenenfolge in deutscher Sprache erhältlich


DIE HANDLUNG

Die Handlung spielt im dänischen Königreich von Elsinore und in einem Außenbezirk von Rio de Janeiro. Die Handlung spielt außerdem in einem Probenraum, in dem fünf Schauspieler damit beschäftigt sind, die Rollen für William Shakespeares klassische Tragödie Hamlet zu verteilen. In Elsinore
versucht Prinz Hamlet, mit dem Verlust seines kürzlich verstorbenen Vaters, König Hamlet, fertig zu werden. Zu schaffen macht ihm überdies, daß seine Mutter Gertrude seinen Onkel Claudius, den Bruder des Königs, zum Manne nimmt. In Rio versuchen die Menschen der Favela, die alltäglichen Dinge zu bewältigen: Drogenhandel, Gewalttaten, Sexismus und die soziale Kluft zwischen Menschen, die eigentlich so dicht nebeneinander leben. In dem Probenraum setzen sich die Schauspieler kritisch mit den Charakteren und Situationen des Dramas auseinander. Sie stellen Beziehungen zwischen den Figuren und ihrem Leben in Rio her.

Beraten von dem Geist seines Vaters, der allerdings auch ein Zeichen seines vermeintlichen Irrsins sein könnte, spielt Prinz Hamlet mit dem Hof von Elsinore ein gefährliches Spiel, denn er hat vor, den Tod des Königs zu rächen, der seiner Ansicht nach auf das Konto von Claudius und Gertrude geht. Im Zuge seiner wankelmütigen Rache drangsaliert Hamlet seine Mutter und die junge Ophelia, die ihn liebt, und bringt vielen Menschen am Hofe von Elsinore den Tod. In dem Probenraum debattieren die Schauspieler über Hamlets Heroismus und die Stellung der Hauptfiguren im Drama. Die Frage ist, ob man das Stück inszenieren soll oder nicht. Am Ende kommt man zu dem Schluß, den Hamlet auf eine eigene Weise realisieren zu können. Wenn nicht – wann werden die Schwarzen in Brasilien die Möglichkeit haben, die Protagonisten zu spielen? Sie können eine Gegenwart nicht akzeptieren, in der das Leben der Schwarzen und der Armen von so viel Gewalt und Tod bestimmt wird. Sie müssen etwas tun. Sie müssen das Stück inszenieren.

westticket

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