Shakespeares Werkstätten (Programm 2022)

Samstag, 28. Mai

Shakespeares Werkstätten
Figurine: Amelie Hensel
Shakespeares Werkstätten
Hamlet Gen Z, Foto: Frances van Boekel

Termine

  • Samstag, 28. Mai 2022, 10:00 Uhr – Philosophie Werkstatt
  • Samstag, 28. Mai 2022, 11:00 Uhr – Spoken Word
  • Samstag, 28. Mai 2022, 15:00 Uhr – Ein Sommernachttraum - Kostümbild zum Stück
  • Samstag, 28. Mai 2022, 15:30 Uhr – Hamlet Gen Z

Beschreibung

Shakespeares Werkstätten ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren.

9:00 – 11:30 Uhr ENTFÄLLT!
Shakespeare getanzt
„Und wir Elfen, die mit Tanz, träumend gleich ins Dunkel Schlüpfen." (William Shakespeare)

Für alle Menschen zwischen 8 und 12 Jahren.
Leitung: Tanja Emmerich

Tanja Emmerich ist Choreografin, Tänzerin und Tanzpädagogin.

Kaum ein Autor wurde so oft für Tanz adaptiert wie William Shakespeare. Das Stück „Ein Sommernachtstraum“ gehört zu den am häufigsten vertanzten Stücken Shakespeares. Höchste Zeit, sich mit Tanz und Shakespeare zu beschäftigen! Im Tanz gibt es kein Sprechen. Eine Geschichte wird durch Bewegung anstelle von Sprache erzählt. Aber welche Bewegungen können das sein? Und wie setzt man Emotionen um in Tanz? In dieser Werkstatt wirst du es zusammen mit der Tänzerin und Choreografin Tanja Emmerich herausfinden. Auf der Grundlage von bestimmten Szenen aus „Romeo und Julia“ oder „Ein Sommernachtstraum“ untersucht ihr, wie Emotionen, Verliebtheit, Freude, Trauer, aber auch Wut und Eifersucht in Bewegung erfasst und in einer Choreografie erprobt werden können. Mach mit und – let‘s move!

10:00 – 12:30 Uhr
Philosophie Werkstatt

Shakespeares Motive laden zum Nachdenken ein!

Für alle Menschen zwischen 10 und 13 Jahren.
Leitung: Helmut Engels

Helmut Engels war Lehrer für u.a. Philosophie und entwickelte hierfür auch Lehrbücher.

In dieser Werkstatt wird philosophiert über die Themen und Beweggründe in der breiten Auswahl der Werke Shakespeares. In vier Werkstätten, jeweils mit einem anderen Thema als Ausgangspunkt, wird Helmut Engels, ein Philosoph, mit euch über folgenden Themen philosophieren.

Manchmal könnte man ausrasten: Über Gefühle nachdenken.

Es stimmt ja: Wir Menschen sind mit Vernunft ausgestattet. Aber wir haben auch Gefühle, die manchmal überwältigend sind: Zorn, Hass, Schadenfreude, Neid, Ekel und Abneigung auf der einen Seite und auf der anderen Liebe, Zuneigung, Mitleid, Begeisterung und Besorgtheit. Wie sollten wir mit Gefühlen umgehen: Sollen wir sie beherrschen oder uns von ihnen leiten lassen? Sollen wir eher den Gefühlen oder eher der Vernunft folgen? Wie gehen wir mit Gefühlen um, die wir ablehnen? Was wären Menschen ohne Gefühle? Psychologie und andere Wissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten immer mehr deutlich gemacht: Gefühle sind unerlässlich für unser Erkennen und Handeln. Dennoch: Wofür du dich entscheidest, das liegt nur an dir.

11:00 – 14:00 Uhr
Spoken Word

Shakespeares Nebenfiguren im Fokus!

Für alle Menschen zwischen 13 und 17 Jahren.
Leitung: Meral Ziegler

Meral Ziegler ist Literaturförderpreisträgerin und arbeitet als Redakteurin, Autorin und Künstlerin.

Spoken Word bezeichnet ein künstlerisches Genre, in welchem Erzählungen oder Gedichte mündlich vorgetragen werden. Wegbereiter für die literarischen-darstellenden Performances waren die sogenannten Beat-Poeten der 1980er und 1990er Jahre, wie Allen Ginsburg oder William S. Burroughs. Heute greifen Spoken-Word-Texte Elemente aus unterschiedlichsten künstlerischen Gattungen auf: Rap, Dada, der klassischen Erzählung, Stand-Up, Comedy oder auch Lyrik. In dieser Werkstatt sind die Monologe des Dramatikers Tim Crouch Grundlage für die literarische und künstlerische Auseinandersetzung. Ausgehend von den Nebenfiguren der großen Dramen Shakespeares, aber vor allem auch von der Erlebniswelt der Teilnehmer*innen, werden Texte verfasst, die folgende Fragen behandeln: Was sehen die Teilnehmer*innen, wenn sie die Themen der Monologe mit den Augen der Figuren betrachten? Und noch viel wichtiger: Was sehen sie mit ihren eigenen Augen? Ob Einsamkeit, Idealismus, Verrat, in dieser Werkstatt geht es an die Substanz und eure Furchtlosigkeit ist gefragt! Meral Ziegler stellt die Facetten des Genres Spoken Word vor, regt spielerisch zur individuellen Gestaltung des eigenen Textes an und begleitet die Teilnehmer*innen im Prozess der Ideenentwicklung und des Schreibens.

12:00 – 15:00 Uhr ENTFÄLLT!
Shakespeares Maskenspiel II
Charaktermasken und wer sie sind

Für alle Menschen zwischen 13 und 17 Jahren.
Leitung: Sarah Wissner

Sarah Wissner arbeitet als Figurenspielerin, Schauspielerin, bildende Künstlerin, Regisseurin und Coach.

In dieser Werkstatt setzt du dich gemeinsam mit der professionellen Figurenspielerin Sarah Wissner mit den klassischen Typen des Shakespeare’schen Theaters mit Hilfe von Charaktermasken auseinander. Was macht auf der Bühne den Schurken zum Schurken und den Helden zum Helden? Mit fratzenhaften Masken werden wir uns Haltungen, Gesten und kleine Szenen erspielen.

13:00 – 16:00 Uhr ENTFÄLLT!
Shakespeares Schurken

Was würdest du machen, wenn du die Macht hättest?

Für alle Menschen zwischen 14 und 18 Jahren.
Leitung: Philipp Alfons Heitmann und Christine Schmidle

Christine Schmidle ist Shakespeare Expertin und Philipp Alfons Heitmann als Schauspieler tätig.

William Shakespeare hat großartige Geschichten mit Schurken in den Hauptrollen. Zu welchem Schurken fühlst du dich am meisten hingezogen? Nimm an dieser Werkstatt teil und du wirst es herausfinden! In Begleitung des Schauspielers Philipp Alfons Heitmann (der am 15. und 19. Mai im Stück „Shakespeare‘s Villains“ zu sehen ist) und der Shakespeare Expertin und Regisseurin Christine Schmidle nehmt ihr die Schurken aus Shakespeares Stücken und die Schurken aus der Gegenwart unter die Lupe. Anhand von Textausschnitten aus Richard III, Othello, Macbeth und Merchant of Venice erforscht ihr Shakespeares Schurken und stellt euch dabei die Frage: „Was würde ich machen, wenn ich die Macht hätte?“ Mit viel Spaß an den Texten und der genauen Betrachtung der Figuren bringen Christine Schmidle und Philipp Alfons Heitmann ihr Fachwissen und ihre Praxiserfahrung in die Werkstatt ein. Dabei wird eine Brücke zur Gegenwart geschlagen – dank deiner Erfahrungen und durch Improvisation. Hier kannst du deine schurkenhafte Seite zeigen und entdeckst dabei vielleicht deinen ganz persönlichen Lieblingsschurken! Am Ende wird abgestimmt, wer am besten abgeschnitten hat und auf keinen Fall je an die Macht kommen sollte! Die Werkstatt setzt gute Englischkenntnisse voraus.

15:00 – 18:00 Uhr
Ein Sommernachtstraum – Kostümbild zum Stück

Entwirf dein eigenes Kostümbild!

Für alle Menschen zwischen 8 und 12 Jahren.
Leitung: Amelie Hensel

Amelie Hensel ist Bühnen- und Kostümbildnerin und Teil des Kollektivs Metagarten.

Wir tauchen in den Sommernachtstraum und in die verschiedenen Welten ein, die der Sommernachtstraum offenbart und stellen uns vor, wie es bei den derben Handwerkern, den zerstrittenen Elfen und den gefühlsverwirrten Menschen zugeht. Welche Rollen interessieren dich heute besonders und was macht dir am meisten Spaß, darzustellen? Welche Gefühle beherrschen die Figuren, welche Verwandlungen machen sie durch? Halb Mensch, halb Tier. Mal unglücklich verliebt, mal im Liebestaumel fragen wir uns: Was unterscheidet Elfen von Menschen? Mit Zitaten kommen wir den Figuren auf die Schliche und finden so unseren eigenen Zugang zu diesem bekannten Werk von Shakespeare. Dabei gehen wir von Atmosphäre, Wortwitz oder auch dem Schweigen der Figuren aus, erstellen ein Moodboard, probieren verschiedene Materialien und Stoffe aus und skizzieren dann mit Bleistift, Kreide und/oder Farben Figurinen zum Stück. (Figurinen sind die Arbeitsgrundlage im Theater für einen Schneider oder eine Schneiderin zum Anfertigen der Kostüme).

15:30 – 18:30 Uhr
Hamlet Gen Z

Zwischen Schulstreik und TikTok

Für alle Menschen zwischen 13 und 17 Jahren.
Leitung: Frances van Boeckel

Frances van Boeckel arbeitet als freiberufliche Regisseurin.

Jede Generation hat ihren eigenen Namen und ihre eigenen Vorstellungen vom Leben. Kein Wunder, schließlich wird jede Generation von ganz anderen Ereignissen in der Welt geprägt. Aber was genau bedeutet es, der Generation Z anzugehören? (Das sind all die junge Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden) Gen Z ist eine Generation, die nicht nur Spaß hat, sondern auch etwas verändern möchte. Eine Generation, eingebettet zwischen Schulstreik für das Klima und TikTok, wo die Möglichkeiten unbegrenzt sind, und alles abhängt von der Kreativität und Originalität jedes einzelnen Nutzers bzw. jeder einzelnen Nutzerin. Wie schwierig ist es, sich bei der Vielfalt an Optionen, für eine zu entscheiden und dazu zu stehen? In einer Generation, in der in Sekundenschnelle bei TikTok entschieden wird, ob jemand uns „gefällt", ist es umso schwerer, Entscheidungen zu treffen. Mit Hamlet treffen wir auf eine Figur, die wie Gen Z annähernd viele Möglichkeiten hat, das Leben zu gestalten. Die Vielfalt an Optionen erdrückt Hamlet und macht es ihm schwer, sich für etwas zu entscheiden. Hamlet zweifelt, reflektiert und wirft Fragen auf, woraus jede*r nehmen kann, was sie*ihn gerade beschäftigt. In dieser Werkstatt werden wir Hamlets Monolog „Sein-oder-Nichtsein, das ist hier die Frage!“, demontieren, collagieren und erneuern. Um in Anschluss im Stile TikToks Hamlet dazu zu bringen, unsere eigenen Fragen aufzugreifen. Handys, Mut und persönliche Playlist bitte mitbringen!

19:00 – 22:00 Uhr ENTFÄLLT!
Voguing
Shakespeares Posen wie ihr es wollt!

Für alle Menschen zwischen 16 und 18 Jahren.
Leitung: Eray Gülay aka Ray vom Shapes & Shades Kollektiv

Eray Gülay arbeitet als Tänzer, Dozent und ist Teil der Voguing-Szene.

Voguing ist das stilisierte Posieren als Tanzform, bei dem die Posen – imitiert und übertrieben wiedergegeben– ihre Inspiration aus Modemagazinen, Schaufenstern und Modeschauen beziehen. Einst in den Straßen von New York begonnen, um einander ohne Gewalt zu besiegen, hat sich dieser Still zu einer Underground-Kultur innerhalb der Black & Latinx LGBTQI* Community entwickelt. (LGBTQI* steht für Lesben, Gays/Schwule, Bisexuelle, Trans, Queere, Intersexuelle). Voguing setzt sich mit Geschlechtsidentität, Rollenbildern und derer Körperlichkeit auseinander. Beim Voguing wird nicht nur die extravagante Kleidung, sondern das Thema Gender, also das Geschlecht selbst, zur Performance. Voguing ist geprägt von dem Spiel mit Geschlechterrollen, das Ausleben und die Entdeckung der eigenen Sexualität und Körperlichkeit. Shakespeare spielt in seinem Stück „Was ihr wollt“ auch mit der Identität der Geschlechter. Er macht sich über Rollenklischees und Stereotypen lustig und stellt Fragen zum Wesen von Geschlecht und sexueller Identität. Das Stück ist ein Spiel mit gängigen Rollenklischees, wo Gender-Stereotype heiter durcheinandergewirbelt werden. Wenn du einen Hang zur Selbstdarstellung und zur Inszenierung hast, darfst und kannst du in dieser Werkstatt zeigen, was in dir steckt. Beim Voguing dreht sich nämlich auch alles um Haltung, Mut und Selbstvertrauen!

PS: Jede*r darf es tun, aber denkt immer daran, wo und durch wen Voguing entstanden ist, und was die Regeln sind.

westticket

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